Ich bin ja begeisterter Teilnehmer der öffentlichen Verkehrsmittel und nein, dass ist kein Witz, ich benutze sie wirklich gerne. Man bewegt sich ein bisschen, hat unter Umständen Zeit zu lesen, Musik zu hören oder, was besonders lustig, befremdlich oder traurig sein kann: man kann Leute beobachten.
Ich stehe heute also an der U-Bahn Station Frankfurt (Nieder-Eschbach) und warte auf die U2 in Richtung Innenstadt. Während sich so da stehe und warte, kommt ein junger Mann angelaufen mit Handy am Ohr und unterhält sich lautstark.
Er: „Ey Alter, ich versuch Dich seit Stunden zu erreichen, Alter.“
Er hört ein paar Sekunden zu, dann spricht er weiter.
Er: „Ach, Du Fettsack (lacht). Hurensohn, Penner, erzähl mal wie geht Dir?“
Es folgt ein wenig nicken, lachen, dann geht es weiter.
Er: „Du bist voll der Hurensohn, Alter. Hast Du gefunden?“
Er: „Echt, hast Du gefunden, Alter. Ach, Du bist doch ein Hurensohn.“
Er: „Voll korrekt. Treff Dich dann gleich, Alter.“
Dann hat er aufgelegt.
Dazu muss man sagen, dass dieses Gespräch auf eine Art und Weise geführt wurde, die klar machte, dass die beiden sich auf eine freundschaftliche Art und Weiseunterhalten haben, nicht etwa das der eine den anderen Beleidgen wollte.
Was lerne ich daraus?
Ich verstehe die Sprache der Jugend nicht. *g*



September 3rd, 2009 on 11:52
Ey, Alter, was verstehst du nicht??? *lol*
Das kenn ich aber. Ich hatte neulich im Supermarkt auch ein ähnliches Erlebnis, was bei mir nur Kopfschütteln verursachte. Da standen einige Teenager hinter mir an der Kasse und unterhielten sich.
Das Gespräch verlief in etwa so:
der eine: Hey krasse Schuhe. Wo?
der andere: Spanien, Urlaub.
der eine: Wieviel?
der andere: 50 Euro (in Worten = FUFFZIESCH)
der eine: Krass ey….
Und das waren keine Ausländer….
Ich bin recht froh, dass wir bei unseren Kindern penibel genau drauf achten, dass sie nicht nur höfliche, sondern auch vollständige Sätze formulieren. Und solche Lückenfüller wie “Alter” oder “ey” sind absolut tabu.
Aber um mal auch ein positives Beispiel von Teenagern zu bringen, hier mal ein Gespräch, bei dem mein Ältester Sohn mit Schulfreunden auf dem Pausenhof ein Wortspiel gespielt haben. Das hab ich unbemerkt mitbekommen.
Aleks: Adjektiv mit “T”
Freund: tolerant. So nun bin ich aber dran. Substantiv mit “B”
Und das ging eine ganze Weile so. Ich war mächtig beeindruckt. ….und natürlich auch stolz
)
September 3rd, 2009 on 11:54
Krass, Alter.
Was ist dem Substantiv?
LOL
Eigentlich ist es ja nicht lustig.
September 14th, 2009 on 17:07
Ja,das ist wirklich so schade!Aber jetzt das ist die Sprache der Jugend!Vielen Dank für den interessanten Beitrag! Grüße, Emilia
September 18th, 2009 on 08:30
Tolle Artikel !! Das wirkliche Leben !!
LG
Montse