Die ständige Erreichbarkeit hat sich zu einer Volkskrankheit entwickelt. Kaum jemand der nicht mehr ohne Handy unterwegs ist. Dies ist sicherlich eine Sache, wenn man dies freiwillig tut, sofern man den Gruppenzwang und andere psychische Motivationen noch als freiwillig bezeichnen kann. Eine andere Sache ist es, wenn dies von einem erwartet wird, sei es durch den Arbeitgeber oder die Situation am Arbeitsplatz.
Die Tage habe ich einen interessanten Artikel mit dem Titel „Permanente Erreichbarkeit wird selbstverständlich“ gelesen. Dort wird unter anderem eine repräsentative Umfrage des High-Tech Verbandes BITKOM zitiert, in dem angegeben wird, das 88 Prozent der Berufstätigen auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet oder Handy erreichbar sind. Dies steht im Gegensatz zu den 73 Prozent 2009.
Die 15 Prozent Erhöhung allein sind schon erschreckend, viel tragischer empfinde ich jedoch den hohen Prozentsatz an sich. Es kann doch nicht wahr sein, dass beinahe 90 Prozent der Arbeitnehmer Gewehr bei Fuß stehen, wenn der Chef klingelt, auch wenn dies nur im übertragenen Sinne gemeint ist. Ist den Menschen ihre Freizeit wirklich so wenig wert?


