Seit knapp einer Woche scheint das vorgezogene Sommerloch der Boulevard-Presse wieder gestopft zu sein. Der Grund dafür Nadja Benaissa, Mitglied der Gruppe No Angels. Sie hatte, so wird vermutet, mit Männern ungeschützten Sex. Na und? könnte man sagen. Doch sie ist auch HIV-positiv. Oh mein Gott! wird man jetzt wahrscheinlich sagen. Wie immer wird die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegen.

Verhaftet, stigmatisiert, zur Schau gestellt. Mit diesen Worten könnte man wohl die letzte Woche beschreiben, in der Nadja Benaissa durch den Medien-Schmut gezogen wird. Dabei gibt es doch immer zwei Seiten einer Medallie. Niemand weiß etwas genaues, doch wie immer, wird spekuliert, mit dem Finger gezeigt und verurteilt was das Zeug hält.
Wer weiß schon genau ob die 26-jährige Frankfurterin wirklich ungeschützten Sex hatte?
Sie und ihre Partner wahrscheinlich.
Ist es nicht so, dass man unschuldig ist, bis das Gegenteil bewiesen wird? Für die Medien gilt dies natürlich nicht, denn mit dem Vorwand des Informationsauftrages kann man so manches schön reden.
Die Fans, Bild-Leser und scheinbar auch der Rest der Nation scheint geteilter Meinung zu sein. Liegt es daran, dass Aids noch immer ein Tabu-Thema ist? Liegt es daran das man, gerade wenn man Aids hat und dann auch noch Sex haben möchte als jemand unverantwortliches dargestellt wird? Ist es überhaupt möglich ein normales Leben zu führen, wenn man mit dem HIV-Virus infiziert ist und hatte Nadja Benaissa nicht vielleicht einen guten Grund es all die Jahre geheim zu halten?
Fragen auf die es keine einfachen Antworten geben dürften, welche aber so brisant sind, dass sie entweder nicht thematisiert werden oder in einen Kontext gebracht werden, der einfach nicht diskussionswürdig ist.
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