Daily Talk

Wenn man jemanden trifft

Das eigene Gedächtnis arbeitet mal gut und mal weniger gut. Heute war ich mit einem guten Freund am Main spazieren, nachdem wir uns dazu entschlossen hatten, um den Weihnachtsmarkt – der viel zu überfüllt war – einen großen Bogen zu machen. Wir plaudern also über Gott und die Welt. Tatsächlich ging es im speziellen um die narzisstische Depression, das aber nur am Rande erwähnt. Fast bei der Baustelle der neuen EZB angekommen, ist da dieser Typ. Ich nicke kurz und sage Hallo. Er auch. Aber wer zu Hölle war das?

Es geht mir des Öfteren so. Ich sehen Menschen. Ich kenne ihr Gesicht aber ich weiß weder ihren Namen, noch wer genau sie sind. Das Fantastische ist, das es diesen Menschen genauso zu gehen scheint. Zufall oder System? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht aber es ist doch schon kurios, oder?

Ich habe mir überlegt das es vermutlich einen Grund hat, warum man diesen speziellen Menschen nicht mehr auf dem Schirm hat. Vielleicht war es einfach jemand mit dem man nichts mehr zu tun haben möchte und daher schon vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat. Vielleicht sind es aber auch nur Menschen, die man hin und wieder sieht ohne sie wirklich zu kennen. Etwas in der Art wie der Kassierer im Supermarkt oder ein Kellner. Am Ende des Tages wird es schon Gut sein so wie es ist.


Terry Pratchett denkt über Selbstmord nach

Fantasy Fans auf der ganzen Welt kennen Sir Terence David John Pratchett alias Terry Pratchett als den Erfinder der Scheibenwelt und vieler weiterer meist skurriler Geschichten. Der Engländer hat mehr als 600 Millionen Bücher verkauft und seine Romane wurden in 37 Sprachen übersetzt. Was viele nicht wissen: Bei dem mittlerweile 63-jährige wurde 2008 Alzheimer diagnostiziert und – was weitaus erschreckender ist – scheint Pratchett auch über Selbstmord nachzudenken.

Wie die britische Zeitung „The Guardian“ vor berichtete, hat sich Terry Pratchett bereits die notwendigen Formulare von der Schweizer Dignitas Klinik schicken lassen, welche die notwendigen Voraussetzungen für einen assistierten Selbstmord bzw. aktive Sterbehilfe darstellen. Der Freitod würde dann auch in der Schweiz stattfinden, da in England selbst – so wie in vielen anderen europäischen Ländern – ein solches Vorgehen nicht vom Gesetzgeber gedeckt wird.

„Das Einzige was mich davon abhält die Formulare zu unterschreiben ist der Film den ich gemacht und noch ein verdammtes Buch zu schreiben habe“, sagte Pratchett in eine Fragrunde während des Sheffield Documentary Festivals. Bei dem benannten Film handelt es sich im Übrigen um „Terry Pratchett: Choosing to Die“, der im Juni auf BBC2 gezeigt wurde. Auch dort dreht sich alles um das Thema Freitod. Pratchett begleitet den Hotelier Peter Smedley bei seinem Selbstmord und zeigt den Moment des Todes.

Ob Pratchett schlussendlich in die Schweiz reisen wird, um dort seinem Leben ein Ende zu setzen, ist bislang nicht klar. 70 Prozent der Menschen, die die notwendigen Formulare unterzeichnen, erscheinen am Ende nicht in der Klink, so Dignitas.


Was ist nur los mit Griechenland?

In dem Land das uns die Philosophie, Gyros und die Spartaner gebracht hat, geht es drunter und drüber. Vertrauensfrage, Euro Ja oder Nein, Neuwahlen, Regierungswechsel, Aufstände und Rentner die 2.000 Euro verdienen. Tja, zu sagen das dort das Chaos herrscht, wäre wohl dramatisch untertrieben.

Bei der Frage ob die Griechen aus der Euro Zone raus sollen oder doch lieber drin bleiben sollen, scheiden sich die Geister. Experten sind dafür, andere wiederum dagegen. Was dabei ganz vergessen wird: in aller Regel kann ein Land, welches sich in der EU befindet nicht einfach so aus dem Euro aussteigen. Dafür müssten erst die völkerrechtlichen Verträge geändert werden und wenn man sich so anschaut wie langsam die Mühlen in Brüssel mahlen, kann man sich vorstellen, dass das nicht von heute auf morgen geht.

Bis vor wenigen Monaten hielt ich es für ausgeschlossen das die Griechen aus der Euro Zone ausscheiden. Inzwischen bin ich nicht mehr davon überzeugt. Ich bin weit davon entfernt ein BWLer zu sein, dennoch sagt mir mein Bauchgefühl, dass nicht nur ein Schuldenschnitt unvermeidbar ist, sondern auch der griechische Euro Ausstieg durchaus möglich ist. Einen sehr schönen Artikel findet man bei den Kollegen von Germanstockmarket.


Der Auerochse ist weg!

Unter „Weg is weg“ hat die ZEIT 2010 einen schönen Artikel über den Auerochsen gebracht und die vergeblichen Versuche das Tier nachzuzüchten, welches seit rund 400 Jahren ausgestorben ist. Ich hab den Artikel seinerzeit gelesen und fand ihn gut, geriet dann aber wieder in Vergessenheit. Heute hat meine Tochter in der „GEOlino“ einen kurzen Absatz über den Auerochsen gelesen und so bin ich wieder darauf gestoßen.

Ich weiß nicht was ich trauriger finden soll: das wir Menschen die gefährlichsten Raubtiere sind und einfach alles zerstören was uns im Weg steht oder aber das vermeintliche Gutmenschentum, indem wir jetzt versuchen unsere Fehler von einst wieder auszubügeln. Warum es aber gerade der Auerochse sein soll – es ist ja nicht so das es in den letzten 400 Jahren keine anderen Arten gegeben hätte die uns zum Opfer gefallen sind – ist dann doch schon wieder logisch. Große und schwere Fleischlieferanten, die in der genetisch veränderten Variante widerstandsfähig und leicht aufzuziehen sind.


Frankfurter Ausdruck: Visematente

Es gibt so viele schöne Redensarten und Ausdrücke die man als Frankfurter eingeimpft bekommen hat, beziehungsweise mit der Muttermilch aufgesogen hat. Einer davon ist Visematente. Hin und wieder ist es ja sehr offensichtlich wo bestimmte Ausdrücke herkommen. Bei Visematente ist das nicht ganz so offensichtlich aber am Ende doch ganz einleuchtend.

Visematente kommt aus Napoleons Zeiten. Als er mit seinen Truppen in Deutschland einmarschiert waren, haben sie zu den deutschen Mädchen gesagt: „Visitez ma tente“, was so viel bedeutet wie „Besuch mein Zelt“. Natürlich waren die Eltern der betreffenden Mädchen nicht sonderlich begeistert von der Aussicht, das es ihre Tochter mit französischen Soldaten treiben. Daher stammt dann der Ausdruck „Kind, mach bloss kaa visematende“. Als ich noch Kind war, wurde dieser Ausdruck benutzt, wenn sagen wollte: „Mach kein Quatsch“. Heute wird Visematente kaum noch benutzt. Eigentlich schade, ich finde es schön.


Online Poker spielen

Ich habe mit dem intensiven Poker spielen aufgehört, Jahre bevor es hier in Deutschland wirklich populär wurde. Ich kann aber durchaus verstehen was die Faszination dieses Spieles ausmacht, egal ob es sich um Five Card Stud, Triple Draw oder um verschiedene Hold’em Varianten handelt, wie zum Beisiel Texas Hold’em, Omaha Hold’em oder Easy Poker. Es ist der Nervenkitzel, natürlich das Geld und vielleicht auch die Momente in denen man über sich hinaus wachsen kann oder auch abgrundtief fällt.

Das Online Poker spielen ist dabei aber irgendwie eine ganz andere Sache, die ich bisher noch nicht so richtig verstanden habe und vielleicht kann mich ja der eine oder andere Leser darüber aufklären. Was genau macht die Faszination beim Poker spielen online aus? Da direkte Duell – Auge in Auge mit dem „Feind“ – gibt es nicht. Bluffen fällt flach, zumindest was die Gestik und Mimik angeht. Also was ist es dann?

(continue reading…)


Steve Jobs ist tot

Es gibt immer wieder Mal Meldungen an denen man nicht vorbei kommt. Heute ist Apple-Gründer Steve Jobs gestorben. Für die Meisten dürfte der Tod von Jobs keine sonderliche Überraschung gewesen sein, da er schon seit einiger Zeit schwer krank war. Was für mich hingegen überraschend war, waren die unterschiedlichen Reaktionen auf seinen Tod.

Auf Facebook konnte man unzählige Kommentare dazu lesen. Viele davon waren nur wenige Sätze lang, manche bestanden sogar lediglich aus dem allseits bekannten R.I.P.. Merkwürdig hingegen waren die Menschen, die dann noch den virtuellen Knüppel heraus holen mussten. Dies ging von einer äußerst pietätlosen Bekundung von Freude über den Tod von Jobs, bis hin zu den Menschen, die jene Facebook-User angriffen, die den Tod von Jobs betrauerten. Eine merkwürdige und in diesem Fall auch traurige Welt.

Ich persönlich bin nicht sonderlich betroffen von dem Tod von Steve Jobs. Ich kannte den Mann nicht und hatte auch sonst keine – wie auch immer geartete – Beziehung zu dem Apple-Gründer. Ich gehöre aber auch zu denen, die kein einziges Apple-Gerät besitzen. Der Tod gehört zum Leben dazu und so gesehen gehen meine Gedanken an die Hinterblieben, die trauern.

In dem Bild, welches ich dem Artikel hinzugefügt habe, sieht man das Kommentar von Bill Gates, der ein paar Sätze zu de Tod von Steve Jobs über Facebook geschrieben hat. Ein – wie ich finde – sehr passendes Kommentar.


Druckfrisch erhält den Deutschen Fernsehpreis

Sendungen über Literatur haben Seltenheitswert, nicht nur im deutschen Fernsehen. Mit großer Freude erinnere ich mich an das „Literarische Quartett“ zurück, in dem regelmäßig die literarischen Fetzen flogen. Solche Sendungen sind selten geworden, doch nicht komplett ausgestorben. „Druckfrisch“ gehört für mich zu den Pflichtsendungen und jetzt wurde dieses Format gewürdigt.

Dennis Scheck gibt „Druckfrisch“ ein Gesicht. Er führt Interviews, gibt seine Meinung preis und hält sich nicht zurück, sollte Kritik angebracht sein. Heute wurde der deutsche Fernsehpreis vergeben. Es gab – wie immer – eine Menge Nullnummern, die stellvertretend für das Niveau des Programms stehen aber auch die eine oder anderen Glanzpunkte.

„Druckfrisch“ hat dieses Jahr einen Sonderpreis erhalten und ich freue mich darüber. Vielleicht ist ja doch nicht Hopfen und Malz verloren. Weiter so!


Dagmar Berghoff weiß wann sie stirbt

Oder sagen wir es so, sie meint es zu wissen. Die ehemalige Tagesschausprecherin war die Tage bei Markus Lanz zu Gast und hat so einigen heiße Luft zum Besten gegeben. Das spannendste war dann aber wirklich die Bekanntgabe das sie meint zu wissen wann ihr genaues Todesjahr ist.

Woher sie das weiß? Ganz einfach, sie war auf dem Jahrmarkt im Hamburg im Zelt einer alten Zigeunerin, die hat ihr vorausgesagt wann sie sterben wird. Für mich ist das in etwa so glaubwürdig wie die Online-Tools mit denen man das eigene Lebensende berechnen kann aber vielleicht ist die gute Frau Berghoff mit ihren 68 Jahren nicht nur ein wenig altersmilde geworden sondern vielleicht auch ein wenig wunderlich?

Ach ja, das Todesjahr haben ihr auch noch zwei weitere Heiler auf dem Land vorausgesagt. Vollkommen unabhängig voneinander. Fassen wir zusammen: Frau Berghoff treibt sich in Zigeunerzelten auf Jahrmärkten herum und sucht verschiedenste „Heiler“ auf dem Land auf. Irgendwas läuft da doch schief, oder?


Bücherwand bauen

Zugegeben, ich bin nicht der allergrößte Heimwerker, doch hin und wieder packt es mich dann doch. Das Problem war, das wir nach unserem Umzug geschätzte 15 Kisten voll mit Büchern hatten und nicht so richtig wussten wohin damit. Man hätte sich ein halbes Dutzend Billy-Regale kaufen können, doch erstens sehen diese aneinandergereiht nicht sonderlich toll aus und zweitens kommen da schnell ein paar Euro zusammen. Also war die Idee einer Bücherwand geboren, wollte ich schon immer mal haben.

Als Material habe ich aus dem Baumarkt sieben Kiefernholzbretter mit einer Länge von 1,20 m gekauft und drei Bretter mit einer Länge von 2 m. Grund der verschiedenen Länge war die Tatsache, dass quasi unten links an der Wand ein kleiner Computertisch steht, der ausgespart werden musste. Hinzu kamen dann noch 20 Winkel um die Bretter entsprechend zu befestigen und den nötigen Halt zu geben. Die Schrauben- und Dübellage war ein wenig kompliziert, da die Wand verschiedene Stellen hat, an denen a)Stahlträger eingezogen sind, b)Hohlräume sind und c)Ziegel und Beton sich abwechseln. Ein schöner Mix also.

Die ersten drei Bretter liefen problemlos, bei dem anbohren des siebten Winkels habe ich dann glatt ein Stromkabel angebohrt, was dazu geführt hat das die 35A Hautsicherung rausgeflogen ist und Samstag Abends dann noch der Notfallelektriker der Wohnungsbaugesellschaft (unser Vermieter) kommen musste, da es in der ganzen Wohnung keinen Strom mehr gab.

Montags machte ich dann nach der unerwarteten Unterbrechung weiter und brachte eigentlich alles soweit fertig. Ein paar Tage später entschloss sich dann das dritte Brett von unten dazu, einen Abgang zu machen und riss auch direkt noch das Brett darunter mit. Die Dübel in den Hohlräumen waren dann doch nicht die standfestesten. Also das Ganze teilweise noch mal von neu. Diesmal mit neuen Dübeln und Schrauben. Jetzt hält es und sieht gut aus. Was für eine Action!


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    GEDANKEN... aus der Sicht und mit den Worten von: Andreas Schnell.
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