Schreiben

Rezension: Die Enden der Welt

Es stand einige Zeit auf meiner Wunschliste und Ende letzten Jahres habe ich es dann geschenkt bekommen: „Die Enden der Welt“ von Roger Willemsen. Der Rückentext war es damals auch, der mich dazu gebracht hat, das Buch lesen zu wollen. Ich zitiere: „Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. An all diesen Orten kam es zu außergewöhnlichen Ereignissen und bemerkenswerten Begegnungen – Geschichten fulminant erzählt und gesättigt von den Farben der Welt.“

Ich persönlich stehe auf Reiseberichte jedweder Art. Es sind meistens Erzählungen von einer anderen Welt. Wen man reist, begibt man sich auf den Weg Neues zu erfahren, etwas das man dann in Worte fassen kann, um den Lesern eine ganz eigene Vision zu vermitteln. Ich war also recht euphorisch, als ich angefangen habe „Die Enden der Welt“ zu lesen. Ein erster Blick in das Buch verheißt dann auch viel: Willemsen erzählt seine Erlebnisse von der Eifel bis zum Senegal. Gutes Rüstzeug um den Leser einzufangen.

Schon nach den ersten Seiten wird mir jedoch klar das „Die Enden der Welt“ eines nicht ist: ein gutes Buch. Warum? Fangen wir damit an, das die einzelnen Erzählungen nicht wirklich den Eindruck vermitteln als würden sie am Ende eine komplette Geschichte ergeben. Oft weiß man nicht einmal genau, wann eine Geschichte spielt und ob die eine Episode möglicherweise chronologisch vor einer anderen geschehen ist. An einigen Stellen kann man es erahnen aber sicher sein kann man sich nicht. Was jedoch sehr viel schwerwiegender ist, ist der Umstand eine Sprache benutzt, die komplizierter und unaussagekräftiger nicht hätte sein können.

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Der Erlkönig von Goethe

In der Schule hat es bestimmt nahezu jeder schon ein Mal rezitiert. Mir gefällt es und ich poste es einfach mal ganz kommentarlos.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst Vater, du den Erlkönig nicht! Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

Du liebes Kind, komm geh’ mit mir! Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir, Manch bunte Blumen sind an dem Strand, Meine Mutter hat manch gülden Gewand.

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Was Erlenkönig mir leise verspricht? Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind, In dürren Blättern säuselt der Wind.

Willst feiner Knabe du mit mir geh’n? Meine Töchter sollen dich warten schön, Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn Und wiegen und tanzen und singen dich ein.

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düsteren Ort? Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’es genau: Es scheinen die alten Weiden so grau.

Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt, Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt! Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an, Erlkönig hat mir ein Leids getan.

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind, Er hält in den Armen das ächzende Kind, Erreicht den Hof mit Mühe und Not, In seinen Armen das Kind war tot.


Demographisches Problem im Rollenspiel

Dass das Pen&Paper Rollenspiel ein demographisches Problem hat – eigentlich genau so wie der Rest der Republik – ist kein wirkliches Geheimnis. Auf dem letzten Dreieichcon habe ich zu dem Thema einige Theorien mit Ulrich Schüppler vom Schüppler-Verlag ausgetauscht und wir haben ein paar interessante Dinge zusammengetragen. Eigentlich wollte ich davon nichts niederschreiben, doch nachdem ich einen Artikel auf der Schreibblockade gefunden und diesen kommentiert habe, dachte ich mir das es möglicherweise doch keine so schlechte Idee ist und wenn es nur dazu dient ein paar Veteranen zu unterhalten.

Vor einigen Wochen hatte ich eine Lesung auf der BuchmesseCon und in diesem Rahmen abends auch eine Podiumsdiskussion, an der u.a. auch Markus Heitz und Tom Finn teilgenommen haben. Ich wurde von Oliver Hoffmann, dem Moderator, gefragt warum ich denn glaube das Heredium erfolgreicher sein könnte als andere und wie ich an die Sache herangehe um auch junge Spieler zu motivieren. Meine Antwort war einfach: „Man muss es den potentiellen Spieler einfach machen.“ Ich denke im Prinzip ist es wirklich so einfach. Es gibt eine große Masse an jungen Menschen die grundlegendes Interesse an Phantastik und damit verbundenen Spielen haben. Man sieht das an den Heerscharen die sich für MMORPGs begeistern können. Nun ist es unrealistisch das man alle Online-Rollenspieler zum Pen&Paper führen kann aber selbst wenn es nur ein Bruchteil ist, wäre der Szene auch geholfen.

Man muss es den Kids so einfach wie möglich machen loszulegen. Dazu gehört sicherlich nicht das man erst 200 Seiten an Regeln lesen muss, um überhaupt damit zu beginnen einen Charakter zu erschaffen. Dazu gehört es sicherlich nicht das Kämpfe über Stunden ausgetragen werden und man dazu Dutzende von Tabellen bemühen muss. Es muss schnell sein, es muss einfach sein. Vielleicht rümpfen nun einige der Hardliner die Nase und meinen „Aber dann ist es kein echtes Rollenspiel mehr“ aber dazu kann ich nur sagen: „Versteht es … ihr seid eine aussterbende Art, Dinosaurier und wenn wir nicht alle etwas gemeinsam tun, stirbt unser Hobby mit euch gemeinsam aus.“

Das spielen an sich hat sich in den Jahren gewandelt und ich höre auch niemanden der den Textadventures auf dem PC nachweint. Dinge ändern sich und das Pen&Paper muss sich auch ändern damit es weiter existieren kann. Und wenn es wirklich so sein sollte das es irgendwann aussterben sollte, dann hatte es nie eine langfristige Daseinsberechtigung. Glaube ich aber nicht. Bisher haben wir es nicht geschafft eine nennenswerte Masse an Kids für Pen&Paper zu begeistern. Daher sieht man auf Cons immer die selben, alten, faltigen Gesichter und um es klar zu machen: ich nehme mich von dieser Gruppe nicht aus. Mit fast 40 Jahren gehöre ich ebenso zu der Dinosaurier-Gruppe.

Ich bin davon überzeugt das wir, wenn wir ein Fantasy-Rollenspiel erschaffen das es den Kids erlaubt innerhalb von fünf Minuten mit dem spielen anzufangen, dies ein erster Schritt sein könnte um ein wenig frisches Blut in die Szene zu spülen. Nicht länger als ein Charakter bei World of Warcraft zu erstellen und mit dem zocken loszulegen. Alles andere kommt danach: die tollen Sachen die noch im Regelbuch stehen, die aber niemanden lesen wird wenn die Einstiegsschwelle zu hoch ist. Es geht, man muss es nur machen!


Lesung „Neue Ufer“ – Buchmesse Con

Der 24. Buchmesse Con in Dreieich, in der Nähe von Frankfurt war ein voller Erfolg. Meine Lesung von „Neue Ufer“ begann ein paar Minuten später als geplant, da meine „Vor-Leserin“ ein wenig überzogen hatte – war aber nicht schlimm. Alles in allem war die Lesung wirklich gut. Der Saal war nicht nur voll, ich schätze mal so um die 30 Zuhörer, sondern es gab auch recht gute Reaktionen.

Der Applaus bei einer Lesung ist ja beinahe obligatorisch aber am Ende gab es auch einige Fragen zu dem Roman und dem Hintergrund, was zeigt das die Leute ganz gut darauf reagiert haben. Desweiteren konnte ich einige neue Kontakte knüpfen, sowohl zu Kollegen als auch Verlegern und nicht zuletzt war es wieder mal eine gute Gelegenheit alte Freunde zu treffen.
Ich freue mich schon auf den nächsten Buchmesse Con, dann in der 25. Auflage.


Roman: “Neue Ufer”

Ab Mitte Oktober ist es soweit und mein Romandebüt “Neue Ufer” kommt aus dem Druck. Es ist schwer zu begreifen was es bedeutete ein eigenes Werk in den Händen zu halten. Abgesehen davon, dass ich das Baby natürlich selber geschrieben habe und dadurch in und auswendig kenne, tausend mal gelesen habe, ist es dann doch etwas anderes, wenn man es in den Händen hält.

Den ersten Flash bekommt man dann immer, wenn es beginnt und bei Händlern gelistet ist, so wie ich es heute zum Beispiel bei Amazon entdeckt habe. Da denkt man im ersten Moment: “Krass, jetzt ist es soweit.” Man kommt dann als Autor auch wieder richtig in die Geschichte rein, weil Tatsache ist, dass ich den Roman schon vor gut einem halben Jahr fertiggestellt habe und es dann einfach noch dauert bis es endlich so weit ist. Da hängen noch so viele Sachen dran, die erst dann passieren, wenn man das Skript beim Verlag abgegeben hat. So Sachen wie Lektorat, Cover, Rückentext, etc… Inzwischen bin ich dann in ganz anderen Dingen drin: so habe ich in der Zwischenzeit einen anderen Roman fertig geschrieben, der ebenfalls dieses Jahr noch kommt (mehr darf ich noch nicht verraten *g*) und schreibe bereits wieder an einer neuen Geschichte.

Jetzt ist aber alles wieder da und ich freue mich wie ein Schneekönig. Dabei möchte ich jedem, der aus dem Großraum Rhein-Main kommt, den Buchmessencon ans Herz legen, der am 17. Oktober statt findet. Ich werde für eine Lesung da sein und freue mich auf zahlreiche Besucher. :-)


E-Book vs. Gedrucktes Buch

Schon seit einiger Zeit schwirren Debatten um das oft zitierte E-Book, Urheberrechtsproblemen und den „bevorstehenden Tod“ des gedruckten Buches durch die multimediale Landschaft. Eine Frage die sich mir dabei stellt ist, oft vielleicht ein Großteil der Ängste daher rührt, dass die „konservativen“ Journalisten, Autoren und Verlagshäuser einfach nur ihre Felle davon schwimmen sehen und nicht dazu bereit sind sich selber und ihr Business zu ändern?

Anlass zu diesem Beitrag hat mit der Artikel „Die digitale Dimension lässt die Verleger erbleichen“ in der FAZ gegeben, der das Thema aufgreift.
Ich persönlich, jemand der selbst vom schreiben lebt, sehe das Ganze sehr viel weniger dramatisch. Viel mehr ist es eine Chance für kleinere Verlage, freiberufliche Autoren und Journalisten, die altbackenen Strukturen des Verlagswesens aufzubrechen um neuen Wind in die Sache zu bringen.

Der Buchmarkt im gesamten ist eher rückläufig, man sieht es zum Beispiel an dem Fantasy-Genre. Während es vor einigen Jahren noch sehr viele Regale waren, die man in großen Buchhandlungen sehen konnte, welche voll gestopft waren mit den unterschiedlichsten Fantasy-Büchern, sind es jetzt nur noch einige wenig. Es ist klar, die großen Publikumsverlage gehen auf Nummer sicher und kümmern sich eher um Übersetzungen von Werken, die beispielsweise in den USA schon erfolgreich gelaufen sind. Die kleinen Verlage können jetzt die Chance nutzen und das, was über den Tellerrand überschwappt, einfach aufnehmen. Der Markt ist auf jeden Fall da. Wie man das ganze dann an den Mann bringt, ob digital oder via Druck, dass ist eine andere Frage, die meines Erachtens nach eher sekundär ist.

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Die Heredium-Maschinerie

Seit knapp einem halben Jahr gibt es jetzt Heredium zu kaufen. Die Zahlen sind ok, dass Feedback umso besser. Trotz allem fragt man sich, wenn man sich wieder mal die Nächte um die Ohren haut, wer denn das so alles liest. Hin und wieder kommt dann aber eine besondere eMail, eine mit der man sich beschäftigt und die dann doch wieder ein wenig Energie frei setzt, weiter zu machen.

So macht es auch um so mehr Spaß, sich mit den neuen Sachen zu beschäftigen. Sei es nun das erste Print Abenteuer “Menschen, Göttern gleich”, welches in den letzten Zügen liegt und bald zur Druckerei geht oder auch diverse Sachen die man in eZines unterbringt. Alles in allem ist das Rollenspiel-Business zwar alles andere als ein Kinderschlecken, doch irgendwie, aus welcher Intension heraus auch immer, kommt auch der Spaß mit ins Spiel.

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Der Online-Journalismus

In den letzten Jahren ist der Online-Journalismus immer wichtiger geworden, so sind es doch gerade auch die Online-Angebote vieler Zeitungen, die den traditionellen Tageszeitungen noch Gewinne bescheren, während das Print Angebot schon längst rote Zahlen schreibt.

Dabei muss allerdings eine klare Trennlinie gezogen werden zwischen dem herkömmlichen Blog und dessen verschiedene Derivate, wie zum Beispiel das „twittern“ und dem qualitativen Online-Journalismus, wie er zum Beispiel auf Suite101 aber auch der FAZ betrieben wird. Am Ende des Tages ist es lediglich das Medium wo der Artikel veröffentlicht wird, die Arbeit die dahinter steckt, zumindest für den Journalisten, ist sehr oft gleich.

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    GEDANKEN... aus der Sicht und mit den Worten von: Andreas Schnell.
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