Manchmal wäre doch so mancher Tag sehr viel ärmer wenn es nicht das Christentum und seine verschiedensten Stilblüten geben würde. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Freund der Religionsfreiheit, es ist eines der höchsten Güter die wir in unserer Gesellschaft haben aber manchmal denke ich mir: „Junge, denk mal nach…“
Aber was ist passiert. Ich war mit meiner ältesten Tochter auf dem Spielplatz. Es war übrigens derselbe Tag an dem das HIER passiert ist, was es irgendwie noch ein Stück weit ulkiger macht. Auf jeden Fall kommt ein junger Mann (ca. 25 Jahre) und eine ältere Frau (ca. 70 Jahre) zu mir. Er fragt mich so ganz nebenbei – in dem Tonfall in dem man fragt wie viel Uhr es ist – ob ich ihm eine Frage beantworten könnte. Es wäre etwas über das er schon mit vielen Menschen gesprochen hätte. Ich sagte ihm das es kein Problem sei, er könnte mich so gut wie alles fragen und das er ja vielleicht sogar eine Antwort erhalten würde. Anstatt etwas zu sagen holt er erst mal den „Wachturm“ raus (das Blättchen der Zeugen Jehovas) und hält es mir hin. Die Titelstory lautet: Wo ist Gott?
Ich lächele kurz und antworte: „Ich weiß nicht wo Gott ist aber ich bin mir ziemlich sicher das er nicht hier ist!“ Daraufhin er: „Ja, interessant, oder?“ Damit war dann das verbale Schlachtfeld eröffnet und wir haben uns sage und schreibe locker eine Stunde über Gott und die Welt unterhalten und das meine ich genau so wie ich es geschrieben habe, das ist keine Floskel. Wir kamen immer wieder auf die Bibel und eine Szene die ich noch gut in Erinnerung habe war, das ich sagte das ich nicht nach der Bibel lebe und das es Zufall sei das manche Dinge, die ich für mich selbst als Grundsätze definiert habe, auch in dieser Form in der Bibel stehen. Daraufhin sagt sie das dies kein Zufall lebe und das der Grund warum ich ein guter Mensch sei in Gott begründet liegt. Ich sagte das ich kein guter Mensch sei, zumindest nicht nach den Maßstäben der Bibel und führe die 10 Gebote an, von denen ich schon einige gebrochen hätte. Sie ist für einen Moment sprachlos und ich frage ob ich jetzt ein schlechter Mensch sei und vielleicht doch in die Hölle komme? Von ihr erhalte ich nur Schweigen.
Wenn ich irgendwelche Horromeldungen in den Nachrichten sehe oder in der Zeitung lese, in denen es darum geht das Eltern ihren Kinder etwas schreckliches antun, bin ich immer furchtbar betroffen. Es ist, denke ich, dass Gefühl der Hilflosigkeit aber auch ein vollkomenes Fehlen des Verstehens. Bei aller Empathie, die ich besitze oder auch nicht, ist es mir nicht einmal im Ansatz möglich, solche Menschen, sofern es sich dabei noch um Menschen handelt, zu verstehen.