Seelenleben

Winterpoesie

Wenn der Winter mit langen Schritten naht

Dunkle Wolken die Tage verkürzen

Der Schmerz schneidend wie ein Messer wird

Dumpf wie ein Schlag ins Gesicht

Es fließt kein Blut, hinterlässt keine Narben

Und doch fordert er seinen Tribut

Lange Gesichter, wie die Schritte des Winters

Leere Flaschen und dreckige Gläser

Für Tränen fehlt der Mut

Für das Schreien fehlt die Kraft

Dunkle Wolken verkürzen die Tage

Wenn der Winter mit langen Schritten naht


Buddha und Gott

Ein Text den ich im Internet gefunden habe. Es ist nicht überliefert das der historische Buddha so ein Gespräch jemals geführt hat, vermutlich ist es frei erfunden. Dennoch empfand ich es recht schön und wollte es mit euch teilen.

Eines Morgens wurde der Buddha von einem Mann gefragt:”Buddha, es stimmt doch, daß es Gott gibt?”

Der Buddha schaute dem Mann in die Augen und sagte: “Nein, es gibt keinen Gott!”

Einige Zeit später wurde der Buddha erneut gefragt:” Buddha, es stimmt doch, daß es keinen Gott gibt?”

Und der Buddha sah auch diesem Mann in die Augen und antwortete:” Doch, es gibt einen Gott!”

Ananda, der dieses aufmerksam mit angehört hatte, war sehr verwirrt, doch es kam noch ein dritter Mann, der fragte den Buddha:”Buddha, ich weiß nicht was ich glauben soll, gibt es einen Gott oder nicht? Bitte hilf mir.”

Gespannt lauschte Ananda, was der Buddha nun wohl antworten würde, wo er doch schon zwei ganz gegensätzliche Antworten auf die Frage nach Gott gegeben hatte. Der Buddha jedoch lud den Fragenden ein, neben ihm Platz zu nehmen, schloß die Augen, und sagte nichts. Die Einladung annehmend, nahm der Mann neben dem Buddha Platz und schloß ebenfalls seine Augen. Gemeinsam gaben sie sich schweigend dem Augenblicke hin; die Sonne war untergegangen, die Vögel hatten sich auf den Bäumen niedergelassen, schweigend genossen der Buddha und der Fragende eine Stunde lang die friedliche Ruhe des ausklingenden Tages. Dann öffnete der Mann seine Augen, berührte die Füße des Buddhas und sagte zu ihm:”Wie groß, Buddha, ist dein Mitegfühl! Du hast mir die Antwort gegebn, der ich bedurfte. Ich werde dir ewig dankbar sein.”

Noch verwirrter als zuvor konnte sich Ananda nun nicht mehr zurückhalten und bat den Buddha um eine Erklärung. Der antwortete: “Der erste Mann war ein Theist und wollte nur eine Bestätigung dessen, wovon er sowieso überzeugt war, er bedurfte keiner Antwort, mit der er nur prahlend herumlaufen kann, indem ich seine Überzeugung teile. Der zweite Mann war Atheist, in seiner Frage verbarg sich genauso schon die Antwort, die er lediglich von mir bestätigt haben wollte. Keiner der beiden war ein wirklich Wissender, keiner war ein Suchender, sie beide waren in ihrem Vorurteil gefangen. Der dritte Mann aber war ein Suchender, denn er hatte keine vorgefaßte Meinung, sein Herz war offen. Womit ich ihm helfen konnte, war eine Unterweisung in stiller Bewußtheit. Um nach Gott zu suchen, sind Worte volkommen nutzlos.”


Agonie visuell

Manchmal hat man bestimmte, ich nenne es mal, Geistesblitze. Einen hellen Moment, in dem man nicht notwendigerweise die Lösung zu einem bestimmten Problem hat, sondern viel mehr in einer Idee so gefangen ist, das man nicht mehr davon los kommt. So ging es mir heute mit der „Agonie“.

Wie bin ich darauf gekommen? Ich schreibe gerade an einem neuem Roman und für die, die es interessiert: ich bin momentan bei rund 70 Seiten angekommen und es handelt sich um eine Adaption einer alten Geschichten von Franz Kafka. Aber das nur am Rande. Ich hatte also diesen einen Satz geschrieben, in dem „Agonie“ vor kam. Auf jeden Fall ein tolles Wort, das viel öfters benutzt werden sollte (obwohl … wenn man die Bedeutung kennt, ist es vielleicht doch nicht so gut wenn es gehäuft vorkommt).

Agonie ist an sich ein recht unpräziser Begriff, wird allerdings in aller Regel benutzt um Schmerzen, den Todeskampf, die letzten Momente im Leben zu beschreiben. Ich suche also ein wenig im World Wide Web herum und finde das eine oder andere interessante Fragment zu dem Begriff. Befriedigt wurde ich dann aber schließlich von einem Bild, welches von dem österreichischen Maler Egon Schiele gemalt wurde und den Titel – man mag es kaum glauben – „Agonie“ trägt. Danach war ich wieder so weit an dem Roman weiterzuarbeiten.


Ein Nachruf auf Leslie Nielsen

So langsam aber sich gehen sie alle dahin: die Helden der Kindheit. Nun war Leslie Nielsen per se nicht der Standardtyp eines Helden aber er hat mich in meiner Kindheit und Jugend so oft zum Lachen gebracht, unzählige Male. 84 Jahre alt ist der Kanadier geworden, ein respektables Alter aber dennoch viel zu früh.

Den ersten Film an den ich mich bewusst erinnern kann – in dem ich Leslie Nielsen bewundert habe – war „Kentucky Fried Movie“, eine Film von David Zucker, der die damalige Medienlandschaft der 1970er Jahre ohne Gnade auf die Schippe genommen hatte. Danach gab es „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, ohne Zweifel ein absoluter Klassiker im Comedy-, besonders aber im Slapstick-Genre.

Was ich an Leslie Nielsen immer bewundert habe war nicht nur seine schauspielerische Leistung, etwas das bei Comedians durchaus nicht immer gegeben ist, sondern vor allem auch seine Fähigkeit sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen und sich für nichts zu schade ist.

Ich werde Dich vermissen Leslie Nielsen und hoffe das dort, wo immer Du bist, auch andere zum Lachen bringen kannst, so wie Du es bei mir geschafft hast.


Wenn Jehovas Zeugen reden

Manchmal wäre doch so mancher Tag sehr viel ärmer wenn es nicht das Christentum und seine verschiedensten Stilblüten geben würde. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Freund der Religionsfreiheit, es ist eines der höchsten Güter die wir in unserer Gesellschaft haben aber manchmal denke ich mir: „Junge, denk mal nach…“

Aber was ist passiert. Ich war mit meiner ältesten Tochter auf dem Spielplatz. Es war übrigens derselbe Tag an dem das HIER passiert ist, was es irgendwie noch ein Stück weit ulkiger macht. Auf jeden Fall kommt ein junger Mann (ca. 25 Jahre) und eine ältere Frau (ca. 70 Jahre) zu mir. Er fragt mich so ganz nebenbei – in dem Tonfall in dem man fragt wie viel Uhr es ist – ob ich ihm eine Frage beantworten könnte. Es wäre etwas über das er schon mit vielen Menschen gesprochen hätte. Ich sagte ihm das es kein Problem sei, er könnte mich so gut wie alles fragen und das er ja vielleicht sogar eine Antwort erhalten würde. Anstatt etwas zu sagen holt er erst mal den „Wachturm“ raus (das Blättchen der Zeugen Jehovas) und hält es mir hin. Die Titelstory lautet: Wo ist Gott?

Ich lächele kurz und antworte: „Ich weiß nicht wo Gott ist aber ich bin mir ziemlich sicher das er nicht hier ist!“ Daraufhin er: „Ja, interessant, oder?“ Damit war dann das verbale Schlachtfeld eröffnet und wir haben uns sage und schreibe locker eine Stunde über Gott und die Welt unterhalten und das meine ich genau so wie ich es geschrieben habe, das ist keine Floskel. Wir kamen immer wieder auf die Bibel und eine Szene die ich noch gut in Erinnerung habe war, das ich sagte das ich nicht nach der Bibel lebe und das es Zufall sei das manche Dinge, die ich für mich selbst als Grundsätze definiert habe, auch in dieser Form in der Bibel stehen. Daraufhin sagt sie das dies kein Zufall lebe und das der Grund warum ich ein guter Mensch sei in Gott begründet liegt. Ich sagte das ich kein guter Mensch sei, zumindest nicht nach den Maßstäben der Bibel und führe die 10 Gebote an, von denen ich schon einige gebrochen hätte. Sie ist für einen Moment sprachlos und ich frage ob ich jetzt ein schlechter Mensch sei und vielleicht doch in die Hölle komme? Von ihr erhalte ich nur Schweigen.

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Mit den Worten einer 6-jährigen: Der Sinn des Lebens

An vielen Tagen ist mein Tagesablauf gleich: nachdem ich bis morgens 3 oder 4 Uhr schreibe, schlafe ich so etwa bis 10 Uhr, erledige ein paar Text-Aufträge, esse zu Mittag und hole dann meine Kinder von Schule und Kindergarten ab. Hin und wieder erlebt man dann etwas Besonderes, so wie letzte Woche.

Als erstes hole ich meistens Emily ab, da sie in die Schule geht und die Betreuung nur bis 15 Uhr geht. Dann gehe ich in Richtung Kindergarten um Lina – meine jüngere Tochter – abzuholen. Sehr oft gehe ich vorher noch mit Emily auf den Spielplatz, da Lina erst ab 15:30 Uhr abgeholt werden kann. So auch letzte Woche. Emily war auf dem Spielplatz und nachdem sie eine Weile auf der Wiese, in den Büschen und im Sandkasten gespielt hat, kommt sie zu mir und zeichnet auf den Boden einen Smiley. Dann schaut sie mich an und fragt: „Daddy, weißt Du was das wichtigste im Leben ist?“. Leicht amüsiert verneine ich die Frage und sage: „Was ist es denn?“ Daraufhin lächelt sie und meinte: „Ich glaube das wichtigste im Leben ist es fröhlich zu sein.“

(continue reading…)


Sohn des Mondes

Ich habe heute morgen die Wiederholung von “Supertalent” geschaut und da hat eine junge Frau “Hijo de la luna” gesungen. Ein Lied das den meisten Menschen wohl aus den 90ern von der Sängering Loona bekannt sein dürfte. Es ist ein solch schönes Lied auch wenn es eine traurige Geschichte erzählt.

Es ist eine alte Legende, und Du wirst sie nur verstehen können, wenn Du weise bist:
Eine Zigeunerin hatte den Mond beschworen.
Sie hat ihn eine ganze Nacht lang angefleht,
hat geweint bis zum Morgengrauen daß er ihr einen Mann zu schicken soll, einen Zigeuner.
Und irgendwann hatte der Mond ein Einsehen und sagte zu der Frau:
„Du sollst Deinen Mann haben, einen Gitan mit dunkler Haut.
Aber ich will eine Gegenleistung von Dir:
Ich will das erste Kind, das Du zur Welt bringst, als mein Eigenes haben“
Das Kind des Gitans mit dunkler Haut kam zur Welt,
aber es war weiß, so weiß wie das Fell eines Hermelins.
Und seine Augen waren grau und nicht dunkel.
Ein weißes Kind des weißen Mondes.
Und der Gitan verfluchte das Kind,
wünschte es zum Teufel und sagte: Ein Zauberer hat Dich gemacht.
Und er glaubte sich entehrt und schrie seine Frau an:
„Von wem ist dieses Kind?
Mit wem hast Du mich betrogen, eiskalt und schamlos?“
Und er erstach sie mit seinem Messer.
Das Kind aber brachte er auf einen Berg und ließ es dort liegen.
Dort liegt und lebt es.
Und in den Vollmondnächten geht es ihm gut.
Und wenn das Kind weint, dann nimmt der Mond ab, um dem Kind eine Wiege zu sein.
Wer sein ungeborenes Kind opfert, um nicht allein zu bleiben,
kann dieses Kind nicht geliebt haben.
Und Du Mond, Du willst Mutter sein,
und hast niemanden, dessen Liebe Dich zur Frau macht.
Sag mir, silberner Mond, was willst Du tun mit einem Wesen aus Fleisch und Blut,
einem Kind des Mondes?



Die Geschichte Ithaka

Wenn ich es lese bekomme ich Gänsehaut. Daher möchte ich es euch nicht vorenthalten:

Brichst du auf gen Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,
voller Abenteuer und Erkenntnisse.
Die Lästrygonen und Zyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Lästrygonen und Zyklopen,
dem wütenden Poseidon wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.
Wünsch dir eine lange Fahrt.
Der Sommermorgen möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
In nie zuvor gesehene Häfen einfährst;
Halte ein bei Handelsplätzen der Phönizier
Und erwirb die schönen Waren,
Perlmutter und Korallen, Bernstein, Ebenholz
Und erregende Essenzen aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Essenzen,
besuche viele Städte in Ägypten,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.
Immer halte Ithaka im Sinn.
Dort anzukommen ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre;
Und alt geworden lege auf der Insel an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.
Ithaka gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.
Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, in solchem Maße erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.


Eines Tages werde ich jubeln und schreien

So lautet ein Teil der Hook eines Liedes, das ich gerade in diesem Moment auf Dauerschleife höre. Vielleicht werde ich danach „Phönix“ höre, so wie es mir jemand geraten hat aber das weiß ich noch nicht genau.

Eines Tages werde ich mich freuen, eines Tages werde ich jubeln und schreien, denn eines Tages wird wie in meinen Träumen, weder Tod noch Trauer in mir sein.

Eigentlich stammt die Hook von einem alten Glashaus Song, er wird aber meiner Meinung nach noch viel besser verpackt, wenn er von Cassandra Stehen in dem Azad Song „Eines Tages“ gesungen wird. Mag daran liegen das ich ein besonderes Verhältnis zu Azad’s Texten habe oder auch einfach nur bestimmte Momente damit verbinde.

Wann hört man so einen Song auf Dauerschleife? Vielleicht wenn man einfach mies drauf ist, eine depressive Phase hat oder vielleicht auch nur, weil man sich Dinge zu Herzen nimmt die einem ein kleiner Mensch gesagt hat. Vielleicht ein bisschen was von allem und wer weiß, vielleicht hilft es ja eines Tages.


Moses Pelham will „Schnaps für alle“

…. und ich kann nicht anders als zu sagen: „Ja, vielleicht wäre es besser wenn die ganze Welt betrunken wäre.“ Musik hat eine ganz besondere Wirkung auf Menschen. Sie kann dafür sorgen das man sich besser fühlt, erleichtert, bestärkt oder auch ganz tief runtergezogen. Es ist kein Geheminis, Freunde und aufmerksame Leser dieses Blogs wissen das, dass Musik auch in meinem Leben eine große Rolle spielt.

„Schnaps für alle“ gehört auf jeden Fall zu einem der Songs, mit denen ich mich ganz eng verbunden fühle, der mit besonderen Erinnerungen belegt ist, die man so niemals ausradieren kann – vielleicht auch nicht will. In einem Interview, welches ich kürzlich mit Moses, Martin Haas und Peppa geführt habe, fand ich eine Stelle besonders interessant. Wir kamen auf die Frage das Moses immer die besten Songs schreiben konnte, wenn es ihm besonders dreckig ging aber bei der neuen Glashaus Platte auch einige Stücke drauf sind, die durchaus positiv sind. Moses dazu:

Ich glaube aber, dass es den Songs gut tut, dass sie eine Krise vor der Entstehung hatten. Ohne das Erleben von Stücken wie „Ich kann mich nicht bewegen“ oder „Schwer“ gibt es nicht den Druck, wenn du „Das hier“ hörst.

Er hat Recht, wenn es dir nicht irgendwann richtig beschissen gegangen ist, kannst du nicht schätzen was es ist, das die besonderen Momente im Leben ausmacht.

In diesem Sinne: „Schnaps für alle“


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    GEDANKEN... aus der Sicht und mit den Worten von: Andreas Schnell.
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