Ein etwas provokanter Titel, ich gebe es zu. Das Charlotte Roche die „beste Nutte“ sei ist aber keineswegs eine Behauptung, die auf meinen Mist gewachsen ist. Viel mehr sagt sie das über sich selbst, so zum Beispiel zu lesen in der heutigen Printausgabe der Frankfurter Rundschau. Sie ist dies nach eigenen Aussagen deshalb, weil sie extrem gut spüren kann, was andere möchten.
Mir – sowie jedem anderen, halbwegs klar denkendem Menschen – ist durchaus bewusst, dass dies keinesfalls eine spontan dahin gesagte Bemerkung ist, sondern viel mehr einer von vielen gut ausgeklügelten PR-Schachzügen. Nachdem „Feuchtgebiete“ ein Bestseller war (über 1,3 Millionen Mal verkauft), ist nun Roches zweiter Roman „Schoßgebete“ in den Startlöchern. Ich hege keinen Zweifel daran, dass auch dieser Roman wieder zu einem Bestseller wird.
Warum aber geht es mir heute um Charlotte Roche und nicht um eine der anderen, durchaus zahlreich vorhandenen Medien-Nutten? Ich lese durchaus regelmäßig die Frankfurter Rundschau. Mein Ritual ist es, das ich zuerst die Erste Seite lese und dann die Letzte. Eine Seite die in der Rundschau mit der Überschrift „Magazin“ versehen ist. Meistens findet sich dort ein Porträt oder Interview mit einer interessanten Persönlichkeit. Heute war dort (wie auch auf dem Bild das ich geschossen habe) Charlotte Roche zu sehen. Es ging unter anderem um ihren Auftritt bei Markus Lanz.Roche redet – wie auch nicht anders zu erwarten – von ihrem neuen Buch.
Viel persönliches, bla bla, sie möchte verarbeiten, bla bla, sie muss auf sich aufpassen, bla bla. Ich muss Frau Roche in einem Punkt zustimmen. Sie ist tatsächlich eine Nutte, allerdings nicht weil sie extrem gut spüren kann was andere möchten – wobei ich das nicht in Abrede stellen möchte – sondern weil sie sich für die Promotion ihres Buches in einer Art und Weise prostituiert, wie das nicht mal die Nutten in den Frankfurter Bordellen machen würden.
Kurz vor ihrer Hochzeit sind ihre drei Brüder in einem Autounfall verunglückt, als sie auf dem Weg zu ihr waren. Ihre Mutter kam nur knapp mit dem Leben davon. Ein tragisches Unglück. Ich kann mir den Schmerz kaum vorstellen. Charlotte Roche hat dafür mein Beileid und Mitgefühl. Dies ist auch keineswegs ironisch gemeint. Es gibt sicherlich nur wenig Schlimmeres, als Familienmitglieder zu verlieren.
Nun verarbeitet Roche aber in ihrem neuen Buch diese Erfahrung, gemeinsam mit anderen schlüpfrigen Dingen und nutzt in bester „Feuchtgebiete“ Manier die Sex-Sells Masche, gemischt mit Mitgefühl um den Verlust ihrer Brüder. Wie arm ist das denn bitte? Herzlichen Glückwunsch Frau Roche, sie sind ganz unten angekommen. Ich denke der Aufschlag war hart!