Tag: Buch

Druckfrisch erhält den Deutschen Fernsehpreis

Sendungen über Literatur haben Seltenheitswert, nicht nur im deutschen Fernsehen. Mit großer Freude erinnere ich mich an das „Literarische Quartett“ zurück, in dem regelmäßig die literarischen Fetzen flogen. Solche Sendungen sind selten geworden, doch nicht komplett ausgestorben. „Druckfrisch“ gehört für mich zu den Pflichtsendungen und jetzt wurde dieses Format gewürdigt.

Dennis Scheck gibt „Druckfrisch“ ein Gesicht. Er führt Interviews, gibt seine Meinung preis und hält sich nicht zurück, sollte Kritik angebracht sein. Heute wurde der deutsche Fernsehpreis vergeben. Es gab – wie immer – eine Menge Nullnummern, die stellvertretend für das Niveau des Programms stehen aber auch die eine oder anderen Glanzpunkte.

„Druckfrisch“ hat dieses Jahr einen Sonderpreis erhalten und ich freue mich darüber. Vielleicht ist ja doch nicht Hopfen und Malz verloren. Weiter so!


Bücherwand bauen

Zugegeben, ich bin nicht der allergrößte Heimwerker, doch hin und wieder packt es mich dann doch. Das Problem war, das wir nach unserem Umzug geschätzte 15 Kisten voll mit Büchern hatten und nicht so richtig wussten wohin damit. Man hätte sich ein halbes Dutzend Billy-Regale kaufen können, doch erstens sehen diese aneinandergereiht nicht sonderlich toll aus und zweitens kommen da schnell ein paar Euro zusammen. Also war die Idee einer Bücherwand geboren, wollte ich schon immer mal haben.

Als Material habe ich aus dem Baumarkt sieben Kiefernholzbretter mit einer Länge von 1,20 m gekauft und drei Bretter mit einer Länge von 2 m. Grund der verschiedenen Länge war die Tatsache, dass quasi unten links an der Wand ein kleiner Computertisch steht, der ausgespart werden musste. Hinzu kamen dann noch 20 Winkel um die Bretter entsprechend zu befestigen und den nötigen Halt zu geben. Die Schrauben- und Dübellage war ein wenig kompliziert, da die Wand verschiedene Stellen hat, an denen a)Stahlträger eingezogen sind, b)Hohlräume sind und c)Ziegel und Beton sich abwechseln. Ein schöner Mix also.

Die ersten drei Bretter liefen problemlos, bei dem anbohren des siebten Winkels habe ich dann glatt ein Stromkabel angebohrt, was dazu geführt hat das die 35A Hautsicherung rausgeflogen ist und Samstag Abends dann noch der Notfallelektriker der Wohnungsbaugesellschaft (unser Vermieter) kommen musste, da es in der ganzen Wohnung keinen Strom mehr gab.

Montags machte ich dann nach der unerwarteten Unterbrechung weiter und brachte eigentlich alles soweit fertig. Ein paar Tage später entschloss sich dann das dritte Brett von unten dazu, einen Abgang zu machen und riss auch direkt noch das Brett darunter mit. Die Dübel in den Hohlräumen waren dann doch nicht die standfestesten. Also das Ganze teilweise noch mal von neu. Diesmal mit neuen Dübeln und Schrauben. Jetzt hält es und sieht gut aus. Was für eine Action!


Charlotte Roche ist die beste Nutte

Ein etwas provokanter Titel, ich gebe es zu. Das Charlotte Roche die „beste Nutte“ sei ist aber keineswegs eine Behauptung, die auf meinen Mist gewachsen ist. Viel mehr sagt sie das über sich selbst, so zum Beispiel zu lesen in der heutigen Printausgabe der Frankfurter Rundschau. Sie ist dies nach eigenen Aussagen deshalb, weil sie extrem gut spüren kann, was andere möchten.

Mir – sowie jedem anderen, halbwegs klar denkendem Menschen – ist durchaus bewusst, dass dies keinesfalls eine spontan dahin gesagte Bemerkung ist, sondern viel mehr einer von vielen gut ausgeklügelten PR-Schachzügen. Nachdem „Feuchtgebiete“ ein Bestseller war (über 1,3 Millionen Mal verkauft), ist nun Roches zweiter Roman „Schoßgebete“ in den Startlöchern. Ich hege keinen Zweifel daran, dass auch dieser Roman wieder zu einem Bestseller wird.

Warum aber geht es mir heute um Charlotte Roche und nicht um eine der anderen, durchaus zahlreich vorhandenen Medien-Nutten? Ich lese durchaus regelmäßig die Frankfurter Rundschau. Mein Ritual ist es, das ich zuerst die Erste Seite lese und dann die Letzte. Eine Seite die in der Rundschau mit der Überschrift „Magazin“ versehen ist. Meistens findet sich dort ein Porträt oder Interview mit einer interessanten Persönlichkeit. Heute war dort (wie auch auf dem Bild das ich geschossen habe) Charlotte Roche zu sehen. Es ging unter anderem um ihren Auftritt bei Markus Lanz.Roche redet – wie auch nicht anders zu erwarten – von ihrem neuen Buch.

Viel persönliches, bla bla, sie möchte verarbeiten, bla bla, sie muss auf sich aufpassen, bla bla. Ich muss Frau Roche in einem Punkt zustimmen. Sie ist tatsächlich eine Nutte, allerdings nicht weil sie extrem gut spüren kann was andere möchten – wobei ich das nicht in Abrede stellen möchte – sondern weil sie sich für die Promotion ihres Buches in einer Art und Weise prostituiert, wie das nicht mal die Nutten in den Frankfurter Bordellen machen würden.

Kurz vor ihrer Hochzeit sind ihre drei Brüder in einem Autounfall verunglückt, als sie auf dem Weg zu ihr waren. Ihre Mutter kam nur knapp mit dem Leben davon. Ein tragisches Unglück. Ich kann mir den Schmerz kaum vorstellen. Charlotte Roche hat dafür mein Beileid und Mitgefühl. Dies ist auch keineswegs ironisch gemeint. Es gibt sicherlich nur wenig Schlimmeres, als Familienmitglieder zu verlieren.

Nun verarbeitet Roche aber in ihrem neuen Buch diese Erfahrung, gemeinsam mit anderen schlüpfrigen Dingen und nutzt in bester „Feuchtgebiete“ Manier die Sex-Sells Masche, gemischt mit Mitgefühl um den Verlust ihrer Brüder. Wie arm ist das denn bitte? Herzlichen Glückwunsch Frau Roche, sie sind ganz unten angekommen. Ich denke der Aufschlag war hart!



Fantasydays Düsseldorf oder “Die Katastrophe”

Vom 6. bis 8. November war ich gemeinsam mit dem 13Mann Verlag auf den Fantasydays in Düsseldorf um meinen Roman “Neue Ufer” und das Rollenspiel Heredium zu promoten. Was eigentlich vielversprechend aussah, hat sich dann zu einer waschechten Katastophe gemausert, die für mich die Fantasydays zu dem schlechtesten Event dieser Art machen, das ich jemals besucht habe.

Wie komme ich zu dieser vernichtenden Kritik? Nun als erstes möchte ich gerne erwähnen, dass nicht nur ich, sondern eigentlich jeder Aussteller mit dem ich gesprochen habe, zu der mehr oder weniger gleichen Meinung gekommen ist. Was für mich ganz wichtig war, denn es hätte ja sein können, dass ich einem temporären Wahnanfall ausgesetzt war und nicht bei klarem Verstand war. Etwas das mich nach diesem Event übrigens nicht gewundert hätte.

Nach der Art wie das Event ausgelegt war, der Größe der Veranstaltungshalle und den anderen Räumen würde ich schätzen, dass die Veranstalter wohl mindestens mit 3.000 bis 4.000 Besuchern gerechnet haben. Ich würde sagen, ohne das ich sie nun wirklich gezählt habe, können die Fantasydays froh sein, wenn sie 400 Besucher gesehen haben. Der Freitag war sogar so katastrophal, dass ich ganz fest davon ausgehe das weitaus mehr Aussteller als Gäste anwesend waren. Das ganze schlägt sich natürlich auf das Geschäft nieder. Die Leute mit denen ich tatsächlich gesprochen habe, kann ich locker an zwei Händen abzählen, von den Verkäufen müssen wir gar nicht erst reden: Lächerlich!

Zu den beschissenen Besucherzahlen kam dann noch die schlechte Organistation und das ist noch echt untertrieben. Es waren wirklich viele Helfer anwesend doch die meisten waren entweder vollkommen ahnungslos, hatten keinen Bock zu arbeiten oder waren schlicht und ergreifend vollkommen überfordert.

Was war aber der Grund für die Katastrophe? Warum sind die Besucher ausgeblieben?

Meine persönliche Einschätzung führt eigentlich zu zwei Hauptgründen:

  1. Fehlende Werbung!
    Ich selber, sowie auch der 13Mann Verlag, der übrigens ebenfalls in Düsseldorf zuhause ist, haben erst vor kurzer Zeit von der Veranstaltung erfahren. Eigentlich durch einen Zufall auf der SPIEL 09 in Essen. Auch andere Kenner der Szene, wie zum Beispiel andere Converanstalter, Verleger, regelmäßige Con-Besucher waren ebenfalls sehr überrascht von diesem Event. Die Menschen wussten einfach nicht das so etwas wie die Fantasydays stattfinden. Da hat jemand mächtig verschlafen was das Marketing angeht.
  2. Der Eintrittspreis!
    Kurz und knackig: 60 Euro für 3 Tage ist zu teuer.

Mein Fazit: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die Fantasydays noch Mal geben wird, zumindest nicht in dieser Art. Schade, hätte schön werden können.


Umberto Eco oder „Da geht was“

Hin und wieder werde ich dafür belächelt, dass ich Umberto Eco mag. Vielen ist er zu abgefahren, zu verquer in seinen Formulierungen oder in seinen Ideen zu wirr. Ich mochte Eco aber schon immer. Aber irgendwie wundert mich das nicht, da ich auch ein Riesen Fan der Literatur von Franz Kafka bin.

Ich habe wieder angefangen das „Das Focaultsche Pendel“ von Umberto Eco zu lesen, dass ich persönlich für sein bestes Buch, neben „Der Name der Rose“ halte. Was mich besonders an diesem Roman fasziniert ist einfach die Idee die dahinter steckt, eine Geschichte die so „verrückt“ ist, dass sie schon wieder genial ist.

Worum geht es in „Das Focualtsche Pendel“?

Nun, ich will nicht zu viel verraten, vielleicht will ja noch jemand das Buch lesen, nachdem ich hier eine Lobeshymne darauf geschrieben habe. *g*

Daher hier ganz einfach der Klappentext:

„Drei Mailänder Verlagslektoren, die beruflich ständig über okkulte Wissenschaften, Geheimbünde und kosmische Komplotte lesen müssen, stoßen auf ein äußerst rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert. Darin ist von alle 120 Jahre wiederkehrenden Zusammenkünften der »36 Unbekannten«, der Nachfahren der mysteriösen Tempelritter, die Rede. Die drei Spötter stürzen sich in das Labyrinth der Geheimlehren. Spielerisch erdenken sie eine gigantische Verschwörung. Aber dann merken sie, daß jemand ihre Phantasien ernst nimmt. Und der schreckt offenbar auch vor Mord nicht zurück …“


Roman: “Neue Ufer”

Ab Mitte Oktober ist es soweit und mein Romandebüt “Neue Ufer” kommt aus dem Druck. Es ist schwer zu begreifen was es bedeutete ein eigenes Werk in den Händen zu halten. Abgesehen davon, dass ich das Baby natürlich selber geschrieben habe und dadurch in und auswendig kenne, tausend mal gelesen habe, ist es dann doch etwas anderes, wenn man es in den Händen hält.

Den ersten Flash bekommt man dann immer, wenn es beginnt und bei Händlern gelistet ist, so wie ich es heute zum Beispiel bei Amazon entdeckt habe. Da denkt man im ersten Moment: “Krass, jetzt ist es soweit.” Man kommt dann als Autor auch wieder richtig in die Geschichte rein, weil Tatsache ist, dass ich den Roman schon vor gut einem halben Jahr fertiggestellt habe und es dann einfach noch dauert bis es endlich so weit ist. Da hängen noch so viele Sachen dran, die erst dann passieren, wenn man das Skript beim Verlag abgegeben hat. So Sachen wie Lektorat, Cover, Rückentext, etc… Inzwischen bin ich dann in ganz anderen Dingen drin: so habe ich in der Zwischenzeit einen anderen Roman fertig geschrieben, der ebenfalls dieses Jahr noch kommt (mehr darf ich noch nicht verraten *g*) und schreibe bereits wieder an einer neuen Geschichte.

Jetzt ist aber alles wieder da und ich freue mich wie ein Schneekönig. Dabei möchte ich jedem, der aus dem Großraum Rhein-Main kommt, den Buchmessencon ans Herz legen, der am 17. Oktober statt findet. Ich werde für eine Lesung da sein und freue mich auf zahlreiche Besucher. :-)


E-Book vs. Gedrucktes Buch

Schon seit einiger Zeit schwirren Debatten um das oft zitierte E-Book, Urheberrechtsproblemen und den „bevorstehenden Tod“ des gedruckten Buches durch die multimediale Landschaft. Eine Frage die sich mir dabei stellt ist, oft vielleicht ein Großteil der Ängste daher rührt, dass die „konservativen“ Journalisten, Autoren und Verlagshäuser einfach nur ihre Felle davon schwimmen sehen und nicht dazu bereit sind sich selber und ihr Business zu ändern?

Anlass zu diesem Beitrag hat mit der Artikel „Die digitale Dimension lässt die Verleger erbleichen“ in der FAZ gegeben, der das Thema aufgreift.
Ich persönlich, jemand der selbst vom schreiben lebt, sehe das Ganze sehr viel weniger dramatisch. Viel mehr ist es eine Chance für kleinere Verlage, freiberufliche Autoren und Journalisten, die altbackenen Strukturen des Verlagswesens aufzubrechen um neuen Wind in die Sache zu bringen.

Der Buchmarkt im gesamten ist eher rückläufig, man sieht es zum Beispiel an dem Fantasy-Genre. Während es vor einigen Jahren noch sehr viele Regale waren, die man in großen Buchhandlungen sehen konnte, welche voll gestopft waren mit den unterschiedlichsten Fantasy-Büchern, sind es jetzt nur noch einige wenig. Es ist klar, die großen Publikumsverlage gehen auf Nummer sicher und kümmern sich eher um Übersetzungen von Werken, die beispielsweise in den USA schon erfolgreich gelaufen sind. Die kleinen Verlage können jetzt die Chance nutzen und das, was über den Tellerrand überschwappt, einfach aufnehmen. Der Markt ist auf jeden Fall da. Wie man das ganze dann an den Mann bringt, ob digital oder via Druck, dass ist eine andere Frage, die meines Erachtens nach eher sekundär ist.

(continue reading…)


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    GEDANKEN... aus der Sicht und mit den Worten von: Andreas Schnell.
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