So oder so ähnlich könnte man wohl einen Artikel des Hip-Hop Magazins 16Bars zusammenfassen, welcher der netten Namen „Von Messerstechern zu Moralaposteln – Der Wandel des Straßenraps (Teil I)“ trägt. Was in diesem Artikel so herangezogen wird, lässt mir, als jemanden der schon Rap gehört hat, als es deutschen Rap noch gar nicht gab, die Haare zu Berge stehen.

Das soll jetzt nicht rüberkommen wie „Ich bin ja schon so lange dabei und weiß sowieso alles besser.“ In beiden Fällen gibt es Menschen, die da wesentlich mehr vorzuweisen haben. Nein, mir geht es einfach um die Art und Weise, wie Musik da durch den intellektuellen Fleischwolf gedreht wird, bis es zu einer unidentifizierbaren Masse geworden ist, die eigentlich nichts mehr mit dem zu tun hat, was deutschen Rap eigentlich ausmacht oder auch ausmachen könnte.

Die Message, welche der Artikel rüberbringen soll ist folgender: die Medien – aber auch die Künstler selber – haben den deutschen Rap zu dem gemacht war er heute ist. Geprägt von Pseudo-Straßen-Gangster-Gehabe und jetzt bekommen sie die Rechnung, nämliche sinkende Verkaufszahlen. Das bringt 16Bars eine Theorie, welche nicht nur schon vor Jahren Staub angesetzt hat, sondern mit Sicherheit kein alleiniges Problem der Labels oder Künstler ist. Es ist ein gesellschaftliches Problem, dass, selbst wenn man sich anschicken würde es zu lösen, ein sehr langer und harter Prozess sein dürfte. Diesen Prozess wird niemand freiwillig begehen. Jungs wie La Honda oder Massiv fahren zwar momentan eine sanftere Schiene, doch liegt das wirklich nur daran, dass die Labels Druck machen oder die Verkaufszahlen nicht stimmen? Es könnte ein Grund sein, vielleicht ist es auch ein Teil des Problems, doch man könnte ja auch durchaus mal annehmen, dass erwachsene Männer dazu in der Lage sind, sich künstlerisch weiterzuentwickeln und ein Album nicht genauso klingen muss wie das andere. Verrückt, oder?

Natürlich ist es sehr einfach die Schuld, sofern es eine gibt, jemanden zuzuschieben. Das liegt in der Natur der Menschen, denn nur was in eine Schublade gesteckt werden kann, kann vollkommen verstanden werden. Wenn dann plötzlich eine gelbe und eine rote Socken zusammenliegen, bricht das Chaos aus.

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